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Bandvita

Geschichte ist, wenn man aus der Vergangenheit erzählt

Wenn man beim Bier zusammen sitzt und über das Köln der 50iger und 60iger Jahre spricht und wenn man am Rathenau Platz oder im Friesenwall, also mitten in Köln gelebt hat, dann erlebt man einen Teil der Kölner Geschichte immer wieder auf´s Neue. So beschlossen wir an einem Abend im Jahr 2003 die kleinen und großen Geschichten dieser Zeit mit Musik und Text für all die Menschen zu erzählen, die sich auch noch einmal an Moby Dick, die Brinkjass, die Müllers Aap die Sartory Säle und vieles mehr erinnern wollen.
Schnell waren aus den vorhandenen Schnipseln und den gemeinsamen Erfahrungen aus 25 Jahren gemeinsamer Musik die ersten Lieder geschrieben, arrangiert und fügten sich zu einer Zeitreise durch das Köln der letzten 60 Jahre zusammen.
Doch war dieser Ansatz neu? Bei der großen Kölner Musikszene, voller Berufskölner, musste es doch Musiker geben, die sich schon an ein solches Projekt gewagt hatten.

Kölsche Musik, die gegen den Strom schwimmt

Bei der Sichtung zeitgenössischer, kölscher Musik wurde schnell deutlich, dass Hand gemachte Musik mit Bezug auf die vier normalen Jahreszeiten, neben den Klassikern der Bläck Fööss, kaum noch eine Rolle spielt. Kölsche Musik ist insbesondere bei Eingereisten und Auswärtigen beschränkt auf die Schlagwörter der 5ten Jahreszeit (Poppe, Kaate, Danze, Fiere, Suffe und dat janze widder vun vürre). Klar, die Karnevalsgesellschaften fordern wieder Brauchtum, echte Mundart und kölsche Geschichten; und präsentieren dann als Antwort allerlei Ballermann tauglichen Mainstream, der ganzjährig in Skihütten oder mallorquinischen Discos konsumiert wird. Das wollten wir anders machen!


Reaktionen von Konzertbesuchern in unserem Gästebuch:

(1) Säht dr Pap över sing Weihnachtsgeschenk:
"Rubbel die Katz" wat is dat dann??“
„Weiß ich och nit“, saht ich. „Looße mer ens luure!“

Im TAS (Theater am Sachsenring, d.Red.);Meddendren röf de Mamm "Eja, su wor dat fröher un vun denne Belder han mer noch dat janze Schoss voll". Un dä Pap, der wirklich Müürer wor, säht leis: " Denne Junge do vürre künnt ich noch vill verzälle". Un sing Äujelche däte leuchte. Ehr mutt üch beiele mem zohüre un wiggerverzälle, dann baal sin se nit mih, de Minsche, die üür Geschichte jeschrivve han.Et wor schöööön gestere. Maht wigger. Un wann üch nix mih infällt, kütt üch dä Pap jet verzälle.

(2) Hallo ihr lieben "Rubbel die Katz" - Menschen!
Wir saßen heute Abend in der ersten Reihe (meine Eltern und ich)
und ich habe bei den so rührenden Liedern über Köln meinen Tränen keinen Einhalt gebieten können! ich fühlte mich so angesprochen und berührt - nur schön!! Mein Papa ist in der kleinen "Witschjass" geboren, 1943, und ich habe ihm den Abend bei euch zum Vatertag geschenkt. Es hat ihm große Freude bereitet und wir haben danach noch so einiges aus seinem Leben in Köln erzählt. Danke für den schönen Abend und dass ihr das kölsche Mädchen in mir wieder ein bisschen geweckt habt! Bützche, för lau (!)

Die Band

Nachdem Gerhard Rode und Rolf Zander schnell den alten Mitmusiker Thomas Rellecke von der o.g. Idee begeistern konnten, war es ein Prozess von weiteren drei Jahren, die jetzige Besetzung für „Rubbel die Katz“ aus lauter Überzeugungstätern zusammen zu führen. Nachdem der Reihe nach Friedrich Wieland, Sonja Wieland und Jupp Meurer zu "Rubbel die Katz" stießen, fiel in 2008 mit Friedrich eine Stimme weg. „Rubbel die Katz“ formierte sich dann mit Bruno Trauzenberg neu.

Konzept


Das große Programm von "Rubbel die Katz" umfasst eine 2-stündige musikalische Zeitreise, die in zwei Blöcken zu je einer Stunde vom Nachkriegs-Köln bis in das Jahr 2010 führt. Jedes einzelne Lied wird begleitet von einzigartigen, historischen Fotografien und durch launige Textbeiträge und Filmeinspielungen flankiert. Neben dem großen Theaterprogramm bietet "Rubbel die Katz" auch beschwingte 45 minütige Kurzauftritte mit Auszügen des Gesamtprogramms wie z.B.: „Wirtschaftswunder in Kölle“, „Kölsche Köpp“ oder „Danz die Katz“.